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Patienteninformation Lachgas

Wenn ein Angst-Patient mit Lachgas behandelt wird atmet er über die leichte Nasenmaske ein Gemisch aus Lachgas und Sauerstoff ein. Während der Behandlung wird er über den Kopfhörer, der ihn auch gegen störende Behandlungsgeräusche abschirmt, mit einer sanften Beruhigungsmusik vom Geschehen abgelenkt. Schon nach den ersten Atemzügen zeigt ein leichtes Kribbeln in Händen und Füssen die beginnende Wirkung des Gases an. Dann weicht die Angst einem wohligen Gefühl von Wärme und Geborgenheit.

Der Patient befindet sich in einer Art Trance-Zustand, ist weit weg vom Behandlungsgeschehen. Dabei geht er anregenden, angenehmen Gedanken nach, und die Zeit vergeht für sie wie im Flug. Gleichzeitig sind Schmerzempfindlichkeit und unangenehme Reflexe wie Würgereiz und Schluckreiz stark vermindert.

Lachgas wird seit über 150 Jahren für medizinische Zwecke verwendet und ist das älteste und am besten erforschte Narkosegas.

Der Gasfluss und die Lachgaskonzentration (Mischung Sauerstoff/Lachgas) sind stufenlos einstellbar. Das ist wichtig, da die Empfindlichkeit auf Lachgas von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann und es für jeden Patienten ein optimales Mischungsverhältnis gibt, das zuvor ermittelt werden muss.

Heute wird Lachgas ausschliesslich mit Sauerstoff gemischt verabreicht, wobei der Sauerstoffanteil mindestens 30% beträgt. Negative oder potentiell gefährliche Begleiterscheinungen wie der Verlust des Bewusstseins werden so sicher verhindert. Das Gas gelangt über die Lunge ins Blut und bindet sich vorübergehend an bestimmte Rezeptoren im Gehirn. Dort entfaltet es seine Wirkung, die aus drei Komponenten besteht:

Schmerzstillende Wirkung : Unter Behandlung mit Lachgas verschiebt sich die Schmerzschwelle deutlich nach oben. Der Patient spürt kleinere Schmerzreize kaum. Die ansonsten oft unangenehme Injektion bei der zahnärztlichen Lokalanästhesie (Spritze für die örtliche Betäubung) kann beispielsweise verabreicht werden, ohne dass der Patient dies als schmerzhaft wahrnimmt.

Auch wenn die Lachgas-Sedierung die lokale Betäubung nicht ersetzen kann, braucht man wegen des analgetischen (schmerzstillenden) Effektes des Lachgases deutlich weniger Lokalanästhesie als beim nicht sedierten Patienten.

Angstlösende Wirkung : Bei den meisten Angst-Patienten wirkt die Sedation mit Lachgas ausgesprochen angstlösend. Die ursprünglich vorhandene Angst und Verspannung weicht einem komfortablen Trance-Zustand, der auch unangenehme und lange Behandlungen leicht erträglich werden lässt. Da das Lachgas angenehme Gedanken und Phantasien anregt, wird die Behandlungszeit vom Patienten subjektiv als kürzer empfunden.

Brechreiz verhindernde Wirkung : Würgereiz bei zahnärztlichen Behandlungen ist ein häufiges Problem, besonders bei Zahnarztangst. Unter Lachgas-Sedierung ist dieser Würgereflex stark reduziert. Auch kritische Prozeduren, wie z.B. ein Abdruck oder ein Röntgenbild im hinteren Mundbereich, sind auf diese Weise meist problemlos möglich.

Seit über 150 Jahren wird Lachgas erfolgreich in der Zahnmedizin eingesetzt. In früheren Zeiten, als noch keine wirksame Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) zur Verfügung stand, war der schmerzdämpfende Effekt des Gases besonders wichtig. Heute steht die angstlösende Wirkung im Vordergrund.

In den USA, wo über 50% aller Zahnärzte Lachgas anwenden, und in den anderen englischsprachigen Ländern sowie in Skandinavien gehört die Lachgas-Sedierung zum Standardrepertoire vieler Zahnärzte. In vielen europäischen Ländern war die zahnärztliche Lachgas-Sedierung über die letzten Jahrzehnte fast in Vergessenheit geraten, erfährt aber in den letzten Jahren eine deutliche Renaissance.

Dabei wird Lachgas nicht nur bei ausgesprochenen Angstpatienten angewendet, sondern wegen seiner angenehmen Wirkung auch von solchen Patienten geschätzt, die sich nicht unbedingt als ängstlich bezeichnen würden. Auch in der Kinder-Zahnmedizin ist die Sedierung mit Lachgas eine wertvolle Hilfe zur Behandlung ängstlicher aber kooperativer Kinder.

Die Einsicht zur Notwendigkeit der anstehenden Zahnbehandlung sollte in jedem Fall vorhanden sein. Bei “Totalverweigerern” und kleinen Kindern unter 6 Jahren, die nicht bewusst mit der Nase atmen können, ist Lachgas ungeeignet.

BEHANDLUNGSZEITEN
 
Dr. med. dent.Michael Behrends,
MSc Master of Science Implantologie
 
 
 
 
Zahnärzte im Bazaar
Mittelstrasse 12-14 A
50672 Köln
 

 
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